Ist des Menschen Umgang mit dem Ozonloch beispielhaft?
Die für internationale Vereinbarung und aus heutiger Sicht sehr raschen Entscheidungen im Montrealer Protokoll von 1987, den Output der ozonzerstörenden Chemikalien zu beenden, wird oft als Beispiel (für Klimaverhandler) benannt, wie schnell eine internationale Vereinbarung möglich ist. Die beiden Themen lassen sich allerdings nicht wirklich vergleichen. Vielmehr ist dieser Vergleich eine Warnung.
Zum einen handelt es sich bei den ozonzerstörenden Substanzen um Chemikalien, die durch andere kurzfristig ersetzbar waren. Die Summe Geldes, die notwendig gewesen ist, um den Umstieg auf Alternativ-Substanzen zu finanzieren, war vergleichsweise überschaubar. Die Phalanx jener, die gegen ein phase-out der Ozon-Killer lobbyierten, war überschaubar und auf einen Industriezweig beschränkt – die Chemie-Industrie, der der Ausstieg aus der Ozon-Sackgasse von Regierungen co-finanziert worden ist. Auch das ließ den Widerstand schwinden.
Die Klimakrise ist nicht in weniger als einem Jahrzehnt lösbar, denn sie macht einen Total-Umbau des Wirtschaftssystems notwendig und vor allem den Ausstieg aus den fossilen Energien. Diese Lobby ist mächtiger und sitzt nicht selten auch selbst in Regierungen.
„Wir sind das Problem“
Es geht nicht nur um ein neues, globales Wirtschaftssystem, es geht auch um ein Neu-Aufsetzen des sozio-gesellschaftlichen Systems – denn eine klimaverträgliche Welt von morgen ist nicht möglich mit der Ungleichheit von heute.
Und schließlich zeigen gerade neueste Studien, dass bei Ozon neue Fakten auftauchen, die eine wirkliche Lösung des Problems weiter hinauszögern. Wahrscheinlich ist jetzt, dass das Kapitel Ozonloch in den 2070er Jahren abhaken lässt – oder vielleicht sogar noch später. Also: Gute 100 Jahre, nachdem das Ozonloch entdeckt worden ist. Auch deshalb sind Ozonloch und das Montrealer Protokoll kein Beispiel für die Klimaverhandlungen. Denn: So viel Zeit haben wir nicht.
Der Entdecker des Ozonlochs, Jonathan Shankin, formuliert dies so: „Möglicherweise rührt die Sorge, dass Künstliche Intelligenz die Menschheit vernichten könnte, daher, dass manche Menschen erkennen: Die KI wird bald feststellen, dass wir das Problem sind und dass etwas gegen uns unternommen werden muss. Ich bezweifle stark, dass sie jeden Menschen auf dem Planeten töten könnte, aber sie könnte das Leben für viele erschweren – auch für jene, die von einer stetig wachsenden Zahl an Kunden profitieren. Man braucht eigentlich keine KI, um zu erkennen, dass ein exponentielles Wachstum der Weltwirtschaften unmöglich ist, sofern keine unbegrenzten Ressourcen zur Verfügung stehen. Wir benötigen ein Modell, das die Kosten der Ressourcennutzung mit einbezieht.“
Mehr:
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